Pfarrgemeinde St. Severin
Brühl-Schwadorf

Die Kirche St. Severin in Wort und Bild

# Kurzinformation

# Geschichte

# Außen

# Innen

# Fenster

# Ausstattung

# Kath. Kirche in bruehl

Kurzinformatin:

Unser Gotteshaus St. Severin in Schwadorf

Im Laufe des 12. Jahrhunderts läßt das Kölner Stift St. Severin in Schwadorf eine Kirche erbauen unter dem Patrozinium des Bischofs St. Severin. Diese Kirche und ihr Altar werden geweiht von dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg (1167 bis 1191).

Diese Kirche wurde im Jahre 1875 niedergelegt, nachdem 1874 der Grundstein für eine neue, erheblich größere Kirche gelegt worden war, die unser jetziges Gotteshaus in Schwadorf ist.

Unsere Kirche ist ein einschiffiger, neugotischer Ziegelbau mit einem 40 m hohen, vorgesetzten Turm an der Nordseite und mit einem eingezogenen Chor, der in einem 3/8-Abschluss endet. Den oberen Abschluß für das vierjochige Langhaus und den Chorraum bilden Kreuzrippengewölbe, die auf Konsolen ruhen.

Die Maßwerkfenster mit ihren bildlichen Darstellungen sind teils aus dem Anfang und teils aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

################# Kleiner Kirchenführer ###########

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Geschichtsdaten:

Der heilige Severin war der dritte bekannte Bischof von Köln.

Im Jahr 376 soll er in Köln ein Monasterium zu Ehren der Märtyrer Cornelius und Cyprianus geweiht haben. Hieraus entstand das spätere Stift St. Severin.

Im Jahr 397 soll er, Gregor von Tours zufolge, in der Todesstunde des hl. Bischofs Martin von Tours, mit dem er befreundet war, den himmlischen Chorgesang der Engel vernommen haben. Diese Legende könnte darauf hindeuten, dass der hl. Severin ähnlich sozial-karitativ engagiert war wie der hl. Martin.

Wenn der Vita Severini des späten 9. oder 10. Jahrhunderts zufolge Severin längere Zeit in Bordeaux wirkte, er dort verstarb und sein Leichnam später nach Köln überführt wurde, so dürfte diese Nachricht auf die Verwechslung mit einem gleichnamigen Bischof von Bordeaux zurückgehen.

Gesichert erscheint allein Severins Bestattung auf einem Gräberfeld südlich von Köln, wo bei seinem Grab eine - archäologisch fassbare - Coemeterialbasilika entstand. Die Gründung des Severinstifts an dieser Stelle dürfte dem
8. Jahrhundert zuzuweisen sein. Severins Gebeine sind heute in

einem kunstvollen Goldschrein im Chorraum der Kirche St. Severin in Köln aufbewahrt. Eine Öffnung im Jahre 1999 des neuen Severinschreines von 1819 bestätigte die urkundlich bezeugte Umbettung der Gebeine durch Bischof Wichfried von Köln (924-953), indem man den alten inneren Holzschrein nach jüngsten dendrochronologischen Untersuchungen auf das Jahr um 948 datieren konnte. Außerdem fiel der Fund eines alten Stoffes von wohl byzantinischer Herkunft auf, mit dem der Holzkasten von innen ausgekleidet war.

Auf Bildern ist der hl. Severin als Bischof mit Bischofstab und Mitra dargestellt. Als Attribut hält er in der rechten Hand die Kirche St. Severin.

Der Gedenktag des hl. Severin wird am 23. Oktober begangen.

Im 12. Jh. lässt das Kölner Severinstift in Schwadorf eine Kirche erbauen unter dem Patrozinium des Bischofs St. Severin.

Diese Kirche wurde 1875 niedergelegt, nachdem 1874 der Grundstein für eine erheblich größere Kirche gelegt worden war, die unser jetziges Gotteshaus in Schwadorf ist.

Ihr Grundriss hat vier kreuzgewölbte Joche und einen eingezogenen Chor mit dreiseitigem Schluss.

St. Severin in Schwadorf

Da das Severins-Stift 1109 die Vogtei über seinen Schwadorfer Hof hatte und das Severinspatrozinium lassen darauf schließen, dass die in dieser Zeit errichtete Severinskirche ihre Gründung diesem Stift verdankt.

In einer Aufstellung der dem Stift gehörenden Kirchen wurde 1233 die Schwadorfer Kirche als Stiftsbesitz bezeugt.

Diese Kirche, in Schwadorf auch „Heidentempel“ genannt, die 1875 abgebrochen wurde, war ein kleines, einschiffiges Bauwerk ohne charakteristischen Stil, nur mit einzelnen romanischen Formen, inwendig mit einem Tonnengewölbe versehen.

Beim Abbruch dieser Kirche fand sich im Altar bei den Reliquien das unverletzte Siegel des Erzbischofs Philipp von Heinsberg.

Unter der französischen Herrschaft wurde die Pfarrei Schwadorf durch Dekret vom 30. September
18
07 aufgehoben und mit der Pfarrei Walberberg vereint.

Durch Errichtungsurkunde des Kardinals und Erzbischofs Johannes von Geissel vom 27. Dezember 18 62 erlangte die Schwadorfer Pfarrei ihre Selbständigkeit wieder und wurde aus dem Dekanate Hersel in das Dekanat Brühl überwiesen.

Die heutige einschiffige Backsteinkirche mit Nordwestturm wurde vom Kommunalbaumeister Müller aus Köln-Deutz in neugotischen Formen erbaut. Da das Grundstück für den Bau der Kirche sehr schmal war, wurde die Kirche nicht wie üblich in West-Ost-Richtung gebaut. Vielmehr liegt der Chor nach Süden, der Turm entsprechend im Norden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 17. Mai 18 74 durch den Pfarrer Joseph Ennen.    

Instandsetzungsarbeiten im Innern der Kirche

1957 wurden der Marienaltar, der Herz-Jesu-Altar, der Beichtstuhl und die Kanzel abgerissen.

Der Taufbrunnen unter der Orgelempore wurde entfernt. Auch die alte Kommunionbank wurde durch eine neue ersetzt, diese aber wurde nach ein paar Jahren wieder abgerissen.

Der heutige Hochaltar, wie auch der Marienaltar aus geschliffenem Dolomit, ebenso der Taufbrunnen wurden nach den Plänen von Paul Nagel aus Keldenich hergestellt.

Den Tabernakel in Bronzerelief im Chor plante 1985 Paul Zens.

Der Tabernakel auf dem Marienaltar zeigt einen Pelikan in Email, und Steinarbeiten nach dem Entwurf von Goldschmied Schmidgen.

Beim Abbruch des alten Marienaltares wurden hinter dem Altar Über­reste einer zerschlagenen Altarplatte entdeckt, offenbar aus der alten Schwadorfer Kapelle! Aus diesen Resten wurde ein Stein so zuge­schnitten, dass das alte Konsekrationskreuz im Grundstein für den neu erbauten Kindergarten erhalten geblieben ist.

Ein neuer Marienaltar, eine neue Kanzel (gibt es nicht mehr) und ein neuer Beichtstuhl wurden aufgebaut. Vierzehn neue Kirchenbänke wurden angeschafft, dadurch erhöhten sich die Sitzplätze von 90 auf 150.

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Rundgang um die Kirche: (links Herum)

Rundgang um die Kirche:  (links herum)

# Der Severinsbrunnen an der Hermann-Faßbender-Straße.

   Entwurf Architekt Georg Ingensiep,
   Relief: Bildhauer Wolfgang Reuter

# Kreuz in der Nische zum Pfarrheim

# Pfarrheim. Als Sakristei 1937/38 erbaut,
   wurde 1960 nach Erweiterung wieder benutzbar gemacht.

# Blumenkübel – ehemaliges Taufbecken – steht an dem
   ehemaligen Gräberfeld und Soldatengräber (27.2.1945)

#  Ein Adelsgrab wurde hier entdeckt.

# Die Priestergräber hinter dem Chor, 1957 errichtet.

# Die Sakristei  - Eingang

# Grab-Kreuze der Familie Koch und Familie Spürck

# Grabstätte der Gebeine aus dem alten Gräberfeld

# Denkmal für die vermissten Soldaten.

# Der Turm, Eingang zur Kirche

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Innenansichten:

                                                        

Nr.

Titel

1

Kreuzigungsgruppe,

siehe Text  (1961 restauriert)

2

Tabernakel, 1985 Paul Zens

3

Taufbecken, Paul Nagel

4

Bildstock (Original aus dem Heiligenhäuschen am Ende der Hermann-Faßbender-Str.)

5

Marienaltar

Pelikan-Darstellung, 1957

6

Bild: Beweinung, siehe Text

7

Marien-Kapelle

8

Herz-Jesu-Kapelle Gefallene des 2. Weltkrieges

Fig.1

Hl. Judas Thaddäus

Fig.2

Hl. Nepomuk, Holz neugefasst; 124 cm. 18.Jh.

Fig.3

Hl. Severin, Holz neugefasst; 88,5 cm ; 18.Jh

Fig.4

Hl. Josef

K1-14

Kreuzweg, 1963 von Egino Weinert

Rundgang durch die Kirche:

# Langhaus

# Hochaltar = Gemeindealtar  + Taufbecken (Paul Nagel)

# Seitenaltar (Marienaltar)

# Beichtstuhl

# Orgelempore, Orgel wurde 1965 durch eine neue ersetzt.                                

1. Kreuzigungsgruppe

Die Kreuzigungsgruppe mit einem Korpus aus dem 13. Jahr-hundert stammt aus der, Ende 19. Jahrhunderts abgebrochenen, Kirche in Bornheim.

Wir sehen den Gekreuzigten in leicht gekrümmter Haltung mit fast waagerecht ausgespannten Armen und leicht nach vorn geneigtem Haupte. Die Gesichtszüge sind vermutlich nachgeschnitten. Die Körperform ist asketisch. Das große, bis auf die Knie herabfallendes Lendentuch hat eine feinteilige  Faltengebung. Die Assistenzfiguren stammen aus der Zeit um 1500: Maria mit gefalteten Händen, Johannes legt die Rechte auf die Brust, in der Linken hält er ein Futteral mit einem Buch. Beide Assistenzfiguren, in Vorderansicht, neigen sich dem Kreuze zu.

Bei der 1961 durchgeführten Restauration durch Gangolf Minn aus Badorf wurden viele Farbschichten so weit abgetragen, bis die ursprüngliche erste Farbschicht wieder sichtbar wurde. Viele Einzelheiten, die völlig übermalt waren, kamen wieder zum Vorschein, z. B. die Blutspuren auf dem Körper des Kruzifixes, die fünf goldenen Punkte auf dem Buch des Johannes, ebenso wie die Farb- und Goldreste auf dem Lendenruch.

6. Beweinung Christi

In der Mitte Maria mit dem Leichnam Christi im Schoß, begleitet von einem Trauernden (wohl Johannes). Im Hintergrund Engel mit den Leidenswerkzeugen. Im Vordergrund Halbfiguren der Stifter; links ein Ehepaar, rechts ein Gelehrter oder Geistlicher. Links in der Architektur ein noch unbestimmtes Wappen.

Auf der Rahmenverdachung:

RESPICE SEPTENOS DOMINI DE SANGVINE FONTES HIS SEPTEM CAPITVM CRIMINA TETRA LAVAT.

Schau auf die siebenfachen Quellen vom Blut des Herrn, durch die er sieben verderbliche Hauptsünden abwäscht.

1964 wurden dieses Bild und die Figuren des hl. Severin und des hl. Nepomuk von Gangolf Minn restauriert.

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Die Fenster:

Gotische Fenster sind gekennzeichnet durch das sogenannte „Maßwerk“ (mit dem Zirkel gemessen),   den ornamentalen Fensterschmuck, der das Fenster haltbar gegen Winddruck macht. Die einfachste Form von Maßwerk besteht aus drei steinernen Stäben, von denen je zwei sich im Spitzbogen zu je einem Fenster schließen, und die insgesamt von einem weiteren Spitzbogen umschlossen sind. Weitere Unterteilung durch Kreisflächen, den sogenannten Pässen oder Blättern.

So sind auch unsere Fenster.  

Nr.

Titel

1

* Krankensalbung

Geschenk v. d. Pfarrgemeinde

2

* Eucharistie

Geschenk v. Frau Wilhelm Wieler

3

* Gloria in exelsis Deo

Kurzfenster über der Tür zum Pfarrsaal

4

* Credo …

Kurzfenster über der Tür zur Sakristei

5

* Taufe

St. Christopherus 
Geschenk v. Familie Arnold Meyers

6

* Buße

Lassset die Kinder zu mir kommen

Gestiftet v. d. Familien Theo Recht und Heinrich Schuster

7

* Priesterweihe
St. Laurentius und St. Severin

Geschenk v. Familie Orth

8

* Firmung
Königin des Rosenkranzes

Gestiftet v. Eheleuten Theodor Mager und Gertrud Franke (Wappenfenster siehe Text)

9

* Ehe
Maria Goretti und Aloisius

Geschenk der Pfarrgemeinde für die Jugend

10

St. Michael bitte für uns – Gefallene 1914-18

Gestiftet v. Familie Getz

11

* Instrumente

12

* St. Cäcilia mit 6 Fingern!

1954 wurden 4 Kirchenfenster, die nach dem ersten Bombenangriff auf Schwadorf herausgenommen wurden, restauriert und mit sechs neuen Fenstern (nach dem Entwurf von Architekt Hansen) eingebaut.

Im oberen Dreipass werden die 7 Sakramente dargestellt.

8. Das Wappenfenster  

Unten links: das Wappen Schall von Bell;

In blau untereinander zwei rot-silbern geschachtete Sparren

Unten rechts: Das Wappen von Erlenkamp (siehe auch: Totenschild unter dem Turm!)

Oben links:   Das Wappen des Stifts St. Severin    

Oben rechts: Das Wappen der Stadt Köln

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Innenausstatung:

13. Totenschild unter dem Turm                        

Holz bemalt. Übereckstehendes Quadrat. 122 cm Seitenlänge. In der Mitte das Wappen (von Erlenkamp); darunter:

OBIT ANNO 1756 DEN 13 IUNI AETATIS 56

Auf dem Rand:

DER HOCHWOHLGEBOHRNER FREYHERR HERR FERDINANDUS. JOSEPHUS ANTONIUS. HRFR. BARO. DE ERLENKAMP HERR ZU SCHONRATH. SCHWADORF. ULRICHHAUSEN. CARGAU UND ANCKERSHAGEN.

Hinweis auf die Ausstellung

                     "Sakrale Kunst in St. Severin" 

                                                    Bilder dazu hier klicken!

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